Therapie- Angebote
Late Talker
– Mein Kind spricht noch nicht
Dein Kind ist 2 Jahre alt und kommuniziert hauptsächlich durch Gestik, Mimik und einzelne Lautmalereien. Wörter spricht es nur wenige, Wortkombinationen bildet es noch keine, obwohl es doch alles zu verstehen scheint, was ich zu ihm sage. Ab dem 2. Geburtstag lohnt es sich, einmal genauer hinzuschauen. Wie du dein Kind im Alltag sprachlich unterstützen kannst, es förderst ohne es zu überfordern, das erarbeiten wir gemeinsam.
Dysgrammatismus
– Mein Kind macht Satzbaufehler
Wenn Kinder sprechen lernen, werden aus Wörtern aus dem aktiven Wortschatz erste Sätze gebaut wie zum Beispiel: „Jonas Kuchen essen.“ Nicht sofort ist der Satzbau richtig, nicht von Beginn an werden zielsprachlich korrekte Wortformen verwendet. Aber bis zu welchem Alter ist es okay, dass mein Kind bestimmte Fehler macht? Die Grammatik ist ein spannendes Gebiet, und ich nehme mir gerne die Zeit, das Satzbausystem deines Kindes zu betrachten und es gegebenenfalls zu unterstützen, den nächsten Entwicklungsschritt gemeinsam mit mir zu meistern. Manchmal braucht es nur einen kleinen Stups, und die Entwicklung läuft von selbst weiter.
Phonologische Störung
– Mein Kind vertauscht die Laute
„Ich dehe son in den Tinderdarten“ Kommt dir das bekannt vor? Das klingt ja irgendwie herzig, aber bis zu welchem Alter darf denn das Kind bestimmte Laute durch andere Laute ersetzen? Manches Muster ist schon mit 3 Jahren behandlungsbedürftig, andere Ersetzungen wie zum Beispiel „das SCH wird zum S“ dürfen noch bis zum 5. Geburtstag vorkommen. Gerne höre ich mal genauer hin und analysiere das Sprechmuster deines Kindes.
Artikulationsstörung
– Mein Kind lispelt
Bei Wörtern mit einem „S“ kommt die Zunge zwischen den Zähnen durch, oder sie stößt an der Innenseite der Schneidezähne an. So klingt das klassische Lispeln, der Sigmatismus interdentalis oder addentalis.
Wenn der Luftstrom seitlich über die Zungenränder entweicht, entsteht ein schlürfendes Geräusch. Die Synchronstimme von Sid aus dem Film „Ice Age“ ist diesem nachempfunden. Man spricht hier von einem lateralen Sigmatismus. Ein fehlerhaftes Artikulationsmuster kann falsch erworben und abgespeichert sein, oder mit einer myofunktionellen Störung zusammenhängen.
Verbale Entwicklungsdyspraxie (VED)
– Mein Kind spricht so unverständlich
Meist sind die Eltern die Experten der Aussprache des eigenen Kindes und können quasi alles verstehen, auch wenn das Gesagte für Außenstehende unverständlich klingt. Kinder mit einer verbalen Entwicklungsdyspraxie haben kein fixes Sprechmuster, das immer nach dem gleichen Prinzip funktioniert. So kommt es, dass Wörter immer wieder auf verschiedene Weise fehlerhaft ausgesprochen werden. Selbst für dich als Mama / Papa ist es dann oft schwer, zu erfassen, was dein Kind dir gerade sagen möchte. Das ist verständlicherweise frustrierend für beide Seiten. Ich unterstütze dein Kind dabei, seine Sprechbewegungen so zu trainieren, dass nach und nach alle Laute konsequent korrekt verwendet werden können. So wird aus Sprachfrust – Sprachlust.
Myofunktionelle Störung
– Mein Kind hat ständig den Mund offen
Die Lippen deines Kindes sind meistens geöffnet, vielleicht liegt sogar die Zunge sichtbar zwischen Ober- und Unterlippe? Dann atmet es mit Sicherheit durch den Mund, statt durch die Nase. Weil das für die gesunde Entwicklung deines Kindes ungünstig ist, helfe ich ihm auf sanfte und lustige Weise, die Gesichtsmuskeln wieder ins natürliche Gleichgewicht zu bringen. Ich arbeite mit Kinder ab 3 Jahren bis ins Jugendalter nach dem Therapieansatz „NF!T - Neurofunktionstherapie“. Nicht durch Erklärungen und Übungsanweisungen, sondern durch das Prinzip der Spiegelneuronen = „ich mach vor, du machst nach“ lernen Zunge, Lippen und auch Zähne, was ihre natürliche Funktion ist.
Redeflussstörung
– Mein Kind stottert
Du machst dir Sorgen, weil dein Kind beim Sprechen immer wieder Laute oder Silben wiederholt? „Mama, kannst du ma-ma-mal kurz kommen?“ Die Wörter hüpfen wie ein Känguru. Vielleicht fällt es dir schwer, geduldig zuzuhören und liebevoll aufmerksam zu bleiben. Du fragst dich, ob das von selbst wieder weggeht – schließlich ist es ja auch auf einmal ungefragt dagewesen. Störungen des Redeflusses sind nicht selten psychisch belastend und bedürfen eines sensiblen Umgangs. Wie du am besten auf Stotterereignisse deines Kindes reagierst, ob Therapiebedarf besteht und wie konkret bei Bedarf das Stottern lockerer / weicher gemacht wird, verrate ich dir gerne.
Auditive Verarbeitungsstörung
– Ähm, was genau soll ich tun?
Dein Kind hört gut, vielleicht hat das sogar schon ein Hörtest bestätigt. Trotzdem fragt es ständig nach und tut sich schwer, sich gesprochene Anweisungen zu merken und auszuführen. Gedichte auswendig lernen, Geschichten anhören – nicht so sein Ding? Dann hat dein Kind vielleicht ein Problem mit der Verarbeitung von gehörten Informationen. Das wird besonders im Schulalltag zur Herausforderung, wenn neben Geklapper und Gequatsche noch das richtige Buch auf der richtigen Seite aufgeschlagen, Fragen zum Text beantwortet werden und die Hausübung notiert werden soll. Durch gezielte Übungen zur auditiven Merkfähigkeit und zur Wahrnehmung von Geräuschen und Sprache soll dein Kind die Herausforderungen des Alltags bald besser meistern können.
Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten
– Immer Ärger mit den Buchstaben
Eine LRS tritt meist nicht unerwartet auf. Vielleicht hatte dein Kind beim Spracherwerb schon Schwierigkeiten mit gewissen Lauten, beim Silben klatschen, reimen oder beim Merken von Liedtexten oder verbalen Handlungsaufträgen. Jetzt stellt das Lesen und Schreiben lernen die nächste Hürde dar. Buchstaben werden nur mühsam zusammengelautet, Wörter werden oft geraten statt gelesen. Das Lesen erfordert so viel Konzentration, dass der Sinn des Gelesenen nicht erfasst wird. Das raubt oft nicht nur den Kindern, sondern auch den Eltern die Energie. Durch ein Training der Bewusstheit für Laute und Silben, dafür wie Wörter aufgebaut sind, kann dein Kind langsam zu einer besseren Lesekompetenz hingeführt werden. Und wer weiß, vielleicht macht ihm das Lesen sogar bald schon Spaß!